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Donnerstag, 11. Februar 2021

Die GG-Wanderung zu Besuch bei Literaturwissenschaftler*innen

 

Heute (11.Feb. 2021) war ich Gast bei der Vorlesung von Eva-Maria Siegel, einer Literaturwissenschaftlerin, die mich eingeladen hatte, im Rahmen ihrer Uni-Veranstaltung zu Literarischen Weltreisen, von meiner Grundgesetzwanderung zu erzählen und die Grundrechte des GG zu rezitieren.

 

In Coronazeiten fand die Sache natürlich online statt. Das ist für die Präsentation der Wanderperformance, die ganz auf den direkten Kontakt setzt - von mir zu der Welt, durch die ich gewandert bin und zu den Leuten, mit denen ich über das Grundgesetz ins Gespräch gekommen bin - eine gewöhnungsbedürftige Situation. Aber ich habe mich über die Einladung sehr gefreut, auch weil sie mir Gelegenheit gab, die Rezitation der auswendig gelernten Grundrechte aufzufrischen und selbst noch einmal einen tieferen Blick in mein Wanderjournal zu werfen. 

 

Seit Ende der GG-Wanderung im Mai 2019 haben sich die Zeiten geändert. Das GG und die Grundrechte sind nicht zuletzt durch die Pandemie ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung gerückt worden. Es gibt neue Fragen, die während meiner Wanderung noch nicht zu erwarten waren. Das Grundrecht aus Artikel 2 auf „Leben und körperliche Unversehrtheit“ ist zum handlungsleitenden Recht geworden, hinter dem andere Grundrechte zurückstehen müssen. Eine solche Situation war vor zwei Jahren noch unvorstellbar. Sie wird die Diskussion über den Ausgleich sich manchmal wiederstreitender Grundrechte wahrscheinlich für Jahre bestimmen.

 

Frau Siegel hat im Gespräch mit mir den Aspekt hervorgehoben, dass ich zu Fuß unterwegs war. Das ist eine besondere Art des Reisens, die aus nachvollziehbaren Gründen bei Weltreisen eher selten gewählt wird. Für mich war das Wandern die Form des Reisens, die mir den notwendigen Kontakt zu dem Weg, auf dem ich unterwegs war, geben konnte. Nur so konnte ich eine Spur legen, die zumindest in mir noch nachweisbar ist.

 

Ich habe darauf hingewiesen, dass bei meiner Reise nicht die Begegnung von mir mit der bereisten Welt im Vordergrund stand, sondern dass ich eine dritte Komponente hinzugefügt habe: Den Text der Grundrechte. Dadurch kam es zu einem Wirkungs-Dreieck zwischen Ich, Welt und Text, das als Konstellation wiederum auf die Menschen traf, die zuhörten, mitwanderten oder im Nachhinein den Blog gelesen haben.

 

Tja, die Wanderung geht in gewisser Weise weiter. Im März soll es eigentlich eine offline-Veranstaltung in Köln Brück zum GG geben. Mal sehen, ob bis dahin die Orte und Räume wieder zugänglich sind!

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