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Mittwoch, 27. Juni 2018

Der 25. Tag: 25.Juni 2018

Am Morgen, nach einer Nacht im Hotel Kaiserpfalz, das zugleich ein Altenstift beherbergt, habe ich mich auf den Weg nach Melsungen gemacht und es dauerte etwas, bis ich den richtigen Weg aus Fritzlar hinaus gefunden hatte. Im nächsten Ort Obermöllrich habe ich eine Abzweigung verpasst und bin erstmal in die falsche Richtung gelaufen.

Der Wanderweg der Deutschen Einheit ist auf diesem Streckenabschnitt zugleich der "Ars natura"-Weg, der mir bereits auf den Etappen Ende Mai begegnet war. In unregelmäßigen Abständen findet man am Wegesrand Arbeiten von Künstlern, die mich teilweise sehr beeindruckt haben. Und besonders am heutigen Tag waren die Skulpturen und Installationen eine willkommene Abwechslung auf einem streckenweise sehr eintönigen Weg.

Der Höhepunkt der Wanderung war im doppelten Sinne der Heiligenberg, der zwischen den Orten Felsberg und Heßlar liegt. Dort gibt es Zeugnisse für Besiedelung, die bis zur  Eisenzeit zurückgehen. Im Mittelalter stand dort eine Festung, die eine gewisse Bedeutung für die Region besaß. Der Ort hat eine starke Wirkung auf mich ausgeübt.





Ein Berg mit freiem Blick in alle Himmelsrichtungen, dazu die Ruinen der Burg und die Mauerreste und Wallanlagen aus sehr frühen Zeiten. In dem Tor, durch das man den Burgbezirk betritt, hängt eine Glocke, die von den Flüchtlingen, die Ende des Krieges aus dem Osten kamen und hier in den Orten Unterschlupf und ein neues Zuhause fanden, gestiftet wurde.






Der Platz hat mich ermuntert, dort eine Rezitation zu machen, die um ca. 14.00 Uhr auf dem Aussichtssturm stattfand. Es war ein schönes Gefühl, in alle Richtungen sprechen zu können. In der Mitte des Turmes gab es außerdem ein interessantes akustisches Phänomen, eine Art Hall, obwohl die Mauern ringsherum nicht sonderlich hoch waren und es kein Dach gab, das den Schall hätte zurückwerfen können.





Danach ging ich merkwürdig erfrischt weiter nach Heßlar, wo ein Gerichtsstein stehen soll, den ich mir eigentlich als heutige Rezitationsstelle ausgewählt hatte. Ich glaube, ich habe den Stein auch gefunden, allerdings ohne irgendeinen schriftlichen Hinweis, worum es sich da genau handelt.
Das war mir dann doch zu wenig für eine Rezitation. Typisch scheint zu sein, dass diese Steine unter Linden stehen. Sie repräsentieren eine sehr frühe Form der Gerichtsbarkeit, die eine wichtige Vollendung in Art. 3 Abs. 1 gefunden hat: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich."

Kurz vor Melsungen kam ich an einer Schutzhütte vorbei, die einem Dr. Soestmann gewidmet ist. Das war ein Arzt, der am Ende des 2. Weltkrieges Chefarzt der deutschen Truppen in Melsungen war und dafür gesorgt hat, dass der Ort kampflos den Amerikanern übergeben wurde. Damit hat er die Zerstörung der alten Stadt verhindert. Nur die alte Steinbrücke wurde von der deutschen Wehrmacht beim Rückzug gesprengt. Dieser Arzt hat die seltene und so wertvolle Mischung aus Vernunft und Mut in sich getragen. Chapeau.

Auf dem Weg von Bad Wildungen nach Melsungen habe ich einiges über die deutsche Geschichte gelernt, besonders über ein paar Ereignisse aus dem Mittelalter, von denen ich in der Schule nie etwas gehört habe. Vielleicht habe ich an den Tagen im Unterricht gefehlt - das ist nicht ausgeschlossen - oder die Thematik hat im Unterricht gefehlt. Auch das ist nicht unwahrscheinlich. St. Brigida, der "Heilige der Deutschen" Bonifatius, Heinrich der Erste, das Ende der Frankenregentschaft im ostfränkischen Reich, und das alles auf dem Barbarossaweg, dem ich in der Region durchgehend gefolgt bin.
Art. 7: "Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates." Aber es ist wohl eine immerwährende gesellschaftliche Aufgabe, zu klären, was in der Schule gelehrt wird. Ein großes Thema...

Fundstücke

 Ist das typisch deutsch? Ein Besen für die Bank im Wald.
oder das?














 oder das?

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