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Mittwoch, 10. Mai 2017

Der dritte Tag: 10.5.17 Simonskall bis Heimbach

Am Morgen habe ich mit einer längeren Rezitation vor dem Junkerhaus in Simonskall begonnen. Dort lebten ab 1919 die Künstler der Kalltalgemeinschaft. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit nach den Schrecken des ersten Weltkrieges, das war das Ziel dieser Gruppe. Zu ihnen zählten unter anderen Angelika Hoerle, die mit nur 23 Jahren starb, Franz W.Seiwert, der Maler Franz Nitsche, Carl Oskar Jatho und seine Frau Käthe Jatho-Zimmermann, aber auch Otto Freundlich, der in einer Ausstellung im Museum Ludwig gerade neu entdeckt wird. 




Weiter​  ging es durch den Wald nach Schmidt. Dort fand die zweite Rezitation des Tages an der Kirche St. Hubertus statt, neben einem Kreuz, das offenbar aus Granatsplittern usw. aus dem Hürtgenwald geformt wurde. Ein sehr dezenter Ort des Gedenkens. 

Auf dem Weg nach Schmidt sind wir sozusagen zweimal zufällig auf eine Gruppe von drei Frauen gestoßen, denen ich von der GG-Wanderung erzählte. Zwei davon schienen sehr interessiert, auch wenn die Motivation für das Interesse für mich eher im Dunkeln blieb. Es gab eine Assoziation zum Jakobsweg und die Vermutung, dass es auf der Wanderung viele unverhoffte Begegnungen geben würde. Ja, das stimmt.

Schon jetzt schält sich eine Tendenz heraus, nach der die interessanten Begegnungen sich nicht direkt im Zusammenhang mit den Rezitationen ereignen, sondern eher zu anderen Gelegenheiten, in denen es zum Gespräch kommt. Die Rezitationen erweisen sich im Moment in erster Linie als eine Kontaktaufnahme von Ich, Text und Ort. 

Irgendwie erinnert mich das an Robert Musils frühe Beobachtung, dass ein Ereignis erst zur Tatsache wird, wenn es in der Zeitung steht. So etwas ähnliches passiert mit meiner GG-Wanderung, die für die Leute primär nicht durch Teilhabe zur Realität wird, sondern durch die Benachrichtigung über ihre Existenz.

 


Das dann angestrebte und auch erreichte Tagesziel hieß Heimbach,  also anders als ursprünglich geplant nicht  Nideggen! Meine Mitwanderin Bettina H. ist in Schmidt allerdings nach Nideggen abgebogen und hat dort am nächsten Tag in Zerkall die Mühle ausfindig gemacht, in der das Papier für den Erstdruck des Grundgesetzes hergestellt wurde. Dorthin werde ich demnächst einen Ausflug machen!


Als Themen kamen mir heute die Begriffe Ablenkung und Umweg in den Sinn. Der Weg zum Grundgesetz scheint sich erst einmal durch einen Wald von Ablenkungsgelegenheiten und Umwegen schlängeln zu müssen. Die Umwege, die wir in den ersten Tagen gegangen sind, kommen mir wie ein metaphorisches Indiz vor, dass die Richtung der GG-Wanderung noch gefunden werden muss. Oder auch als Vorschlag für eine chinesische Strategie der Annäherung, die immer über die Umkreisung führt. 




Fundstücke:


und eine alte Turbine an der Staumauer in Schwammenauel:



Star wars in der Eifel?


Kasperletheater oder Beichtstuhl?
ein Relikt vm Westwall?


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