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Samstag, 1. September 2018

Der 40. Tag: 1. September 2018

In Hof und Umgebung ist die Wanderwegmarkierung höflich ausgedrückt nicht optimal. Genau gesagt existiert sie nicht, wenn man von ein paar versprengten Zeichen, die kaum Orientierung geben, einmal absieht.
So kam ich - wie es kommen musste - bald vom Weg ab und fand mich viel südlicher wieder als geplant. Als kleine Entschädigung sind mir ein paar Rehe begegnet, die sich von meiner Präsenz wenig beeindrucken ließen und entspannt weiter ästen.
In Regnitzlosau gab es dann ausgeschilderte Wanderwege und auf einem bin ich zum Dreiländereck gewandert, wo ich wieder auf den WDE gestoßen bin. Die drei Länder, die an dieser Ecke aufeinander treffen, sind Sachsen, Bayern und Böhmen. So kann man es dort lesen. Das ist politisch jedenfalls originell. Für mich war an diesem Ort das Besondere, dass ich zum ersten Mal bei meiner GG-Wanderung an einer bundesdeutschen Grenze zum Ausland war. Bislang handelte es sich immer um historische oder Bundeslandgrenzen. Genau an dieser Stelle habe ich deswegen eine Rezitation (1x) gemacht, die um 13.00 Uhr stattfand.


Vorher habe ich bei einer kurzen Stärkungspause ein Paar getroffen, das auch wandernd unterwegs war, allerdings nur auf einer "Trainingswanderung" für ihre nächste große Reise. Die beiden machen Expeditionen z.B. nach Südafrika oder Namibia und bringen von dort Filmaufnahmen in 3D mit, die sie bei Vorträgen vorstellen.
Ich habe ihnen von meiner GG-Wanderung erzählt und ihre Reaktionen waren sehr interessant. Die Frau fragte, ob der liebe Gott in den Grundrechten auch genannt wird und meinte, man könne dazu doch auch die 10 Gebote vortragen. Der Begriff Gott fällt nur in der Präambel des GG und ich habe ihr gesagt, dass ich das wegen der Trennung von Staat und Kirche auch richtig finde.
In Sachen 10 Gebote habe ich auf den Unterschied zwischen Geboten und Rechten hingewiesen. Gebote formulieren, was man tun oder unterlassen sollte, wohingegen Rechte zur Sprache bringen, was einem erlaubt ist und was einem zusteht, unabhängig davon, ob man seine Rechte nutzt oder nicht.
Man könnte allerdings behaupten, dass die Grundrechte des GG auch Gebote implizieren. Denn weil die Grundrechte für alle gelten, steckt in ihnen die Forderung an alle, sich so zu verhalten, dass jede und jeder die Rechte auch in Anspruch nehmen und genießen kann. So wird z.b. das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Leben jedes einzelnen (Art. 2 Abs. 2 GG) nur ermöglicht, wenn sich die Mitglieder der Gemeinschaft Bundesrepublik daran halten, dass Gewalt kein Mittel für Auseinandersetzungen darstellt. (Das ist übrigens ein Konsens, der von ganz rechter Seite gerade attackiert wird.)
Mein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit impliziert das Gebot, jedem anderen dasselbe zuzugestehen und dementsprechend nicht gewälttätig zu werden. Das könnte man auch als Gebot formulieren: Du sollst nicht gewalttätig werden wider deinen Nächsten! Aber als Grundrecht heißt es: Jede(r) hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art 2 GG).

Der Mann hat mich gefragt, wie ich auf die Idee der GG-Wanderung gekommen bin, denn jede verrückte Idee habe doch eine Geschichte. Da hat er recht und ich finde, die Art, wie er diese Frage stellte, zeigt, dass er ein neugieriger Mensch ist. Darüber habe ich mich gefreut, auch wenn die Rezitation selbst nur eingeschränkt sein Interesse geweckt hat.
Bei der Verabschiedung haben sie mir Gottes Segen gewünscht und ich frage mich, ob es etwas zu bedeuten hat, dass ich schon den zweiten Tag in Folge religiös geprägte Wünsche mit auf den Weg bekomme.
Als ich mein Plakat am deutschen Grenzstein ausbreitete, kamen die beiden nochmal zurück, filmten mich während der ersten Artikel der Rezitation und zogen dann grüßend von dannen. Womöglich gibt es also jetzt eine Aufnahme von mir in 3D.

Der Weg führte danach an der deutsch-tschechischen Grenze entlang, meistens auf einem alten betonierten DDR-Grenzweg. An einer Gedenkstätte wurde daran erinnert, dass in den siebziger Jahren dort Wohnhäuser von den DDR-Behörden abgerissen wurden, weil sie in der "Schusslinie" standen.


Kurz danach habe ich nochmal den Weg verloren und bin eine Zeit lang herumgeirrt, um zuguterletzt in Adorf zu landen. Das in meinem WDE-Wanderführer empfohlene Hotel existiert nicht mehr und ich habe in einem anderen übernachtet, das noch ein paar letzte Reste des alten DDR- Charmes versprüht........
Nach Hühnersuppe aus dem Supermarkt war die Freude auf den Erholungsschlaf groß.

Fundstücke:

der schönste Hotelzimmerschlüssel der Wanderung:
 

Drei Wappen, drei Steine, drei Fische. Wer findet den Zusammenhang?
 ohne Titel:

Fensterdeko:

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