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Montag, 6. August 2018

Der 29. Tag: 6. August 2018

Das war heute wohl eine der längsten Etappen der GG-Wanderung und das an einem der heißesten Tage dieses heißen Sommers.
Zum Glück verlief die Strecke größtenteils durch schattenspendende Buchenwälder.

Am Morgen hatte mir der nette Hotelier in Sontra eine Art Mitfahrgelegenheit besorgt, mit einem Mann, der morgens Brot herumfährt und der für mich einen Umweg über Grandenborn machte. Im Gespräch während der Fahrt habe ich ihm von der GG-Wanderung erzählt. Daraufhin gab es zwei Reaktionen, die für meine Typisierungsversuche der letzten Tage interessant sind. Zum Einen hat er von sich aus gefragt, ob ich so was beruflich mache oder "als Hobby". Und dann hat er ebenfalls aus eigenem Antrieb nach der Adresse des Wanderblogs gefragt.
Für die Fahrt wollte er von mir nichts haben und er meinte, wenn er mal eine Werbung für die, Bäckerei produzieren wolle, könnte ich ja den Text sprechen. Mach ich!
Die ganze Zeitspanne mit der Übernachtung im Hotel in Sontra, das so angenehm altmodisch entspannt war, und der Geschichte am Morgen, hatte eine unaufgeregt solidarische Atmosphäre. Ganz ohne den spätkapitalistischen Druck von Effizienz und Erfolg. Das hat mir gut getan.

Von Grandenborn bin ich zur Boyneburg gewandert, von der nur noch ein paar Steinreste stehen.
Mit dem Ort sind aber zwei Geschichten verbunden, die den Ort für mich interessant machen. Friedrich Barbarossa, der dem Wanderweg, dem ich durch Hessen gefolgt bin, seinen Namen gegeben hat, war mehrmals auf der Burg, auch kurz bevor er zum Kreuzzug aufgebrochen ist, in dem er 1190 ums Leben kam.
Außerdem gibt es eine Geschichte von der Burg, die es sogar in die Sammlung der Grimm' schen Märchen geschafft hat. Es handelt sich um eine der Geschichten, in denen sich ein junges Mädchen, hier die Tochter des Barons, opfert -  in diesem Fall, um ein Gewitter zu besänftigen. Irgendwie ist damit der Brauch verbunden, dass der Baron am Himmelfahrtstag aus seiner Burg Brot und Speck wirft für die Armen und Untergebenen. Mit sehr viel Wohlwollen kann man hier eine Verbindung zu Art. 14 GG ziehen: Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

An der Boyneburg habe ich um 9.20 Uhr die erste Rezitation des Tages (1x) gemacht.
Um diese Zeit natürlich ohne menschliches Publikum. An einem geschichtsträchtigen Ort ganz alleine das GG zu rezitieren, ist immer wieder ein merkwürdig starkes Gefühl.

Dann ging es weiter nach Röhrda und dahinter wartete ein langer und steiler Aufstieg und eine sehr lange Wanderung durch die hessischen Wälder auf mich. Mein nächstes Etappenziel Heldrastein habe ich kurz nach vier erreicht. Ich hatte mir den Ort etwas belebter oder irgendwie besser angebunden vorgestellt, aber da steht einfach ein ziemlich hoher Turm im Wald. Drumherum ein paar Sitzbänke und keine Trinkwasserquelle!


Schon im 19. Jahrhundert gab es an der Stelle einen Aussichtsturm. Zu DDR Zeiten wurde der Turm zuerst für die Öffentlichkeit geschlossen, weil er zu nahe an der Grenze stand. In den 60ern wurde er ganz abgebaut - aus dem selben Grund. Später bauten die DDR Behörden einen neuen Turm - und wieder genau aus dem selben Grund! So monokausal kann Geschichte sein. Nach der Wende wurde der Turm umgewidmet zum Turm der Einheit.










Dort fand um 16.30 Uhr die zweite Rezitation (1x) oben der Aussichtsplattform statt.

Danach bin ich vom eigentlichen Weg abgewichen, weil mir die Strecke nach Creuzburg in der Hitze zu weit gewesen wäre und habe in Treffurt übernachtet.
Morgen werde ich es entspannt angehen und schauen, wie ich nach Creuzburg gelange, wo ich meine Wanderung wieder aufnehme.


Fundstücke:

 ausgemustert




                           


                   langes Warten auf einen Brief

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