Spenden!

Man kann die GRUNDGESETZWANDERUNG mit einer Spende unterstützen, am besten auf das Konto des stimmfeld-Vereins!
Sparda Bank West, Iban: DE55 3706 0590 0004 1538 80.
Ab einer Spende von 20 Euro schreiben wir gerne eine Spendenquittung! Stichwort: Grundgesetzwanderung



Spenden geht jetzt auch ohne Geld ausgeben auf smoost: https://smoo.st/it/78f7g

Dienstag, 14. August 2018

Der 37. Tag: 14. August 2018

Ich entwickle mich zu einem Marathon - Wanderer. Heute bin ich schon wieder mehr als 30 Kilometer gelaufen.
Die heutige letzte Etappe auf dem Rennsteig versprach im Vorhinein keine aufregenden Orte für Rezitationen. Deshalb habe ich eine Idee der letzten Tage aufgenommen, den Gedanken, dass ich mit den GG- Rezitationen eine Art Spur lege.
Im ersten Teil der Tagesetappe, die mich über Brennergrün bis Rodacherbrunn, wo es eine Napoleonlinde gibt, führte, habe ich während des Wanderns die Grundrechte rezitiert. Das mache ich sowieso immer wieder zwischendurch, aber heute war es offizielles Programm. Dabei habe ich mich stimmlich zwischen intimer Deklamation und Psalmodieren bewegt.

Die Wanderung führte in diesem Abschnitt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, und es hatte einen gewissen Reiz, das GG gewissermaßen auf diese Linie zu rezitieren.
Die erste Rezitation (5x) des Tages fand also von ca. 8.00 Uhr bis 11.30 Uhr zwischen Steinbach und Rodacherbrunn statt.
Das GG und seine Geschichte besitzt in den ostdeutschen Bundesländern ein paar schattige Facetten. Der Name "Grundgesetz" wurde ja ursprünglich gewählt, um damit auszudrücken, dass diese Verfassung als Provisorium gemeint ist, das nur bis zum Tag einer Wiedervereinigung Geltung hat. Doch als die sogenannte Wende endlich kam, war plötzlich keine Rede mehr davon, nun eine gesamtdeutsche Verfassung zu formulieren.
Das war in meinen Augen ein politischer Fehler, auch wenn eine neue Verfassung dem GG in den meisten Aspekten - und besonders in den Grundrechten - sehr ähnlich hätte sein müssen. So aber wurde das GG den Ostdeutschen einfach übergestülpt und viele Probleme, mit denen wir heute in Deutschland zu tun haben, haben darin zumindest eine wichtige Ursache.

In Rodacherbrunn bin ich in die Imbisshütte gegangen, die auf dem Weg lag und habe mich mit Bockwurst (die hier Fleischwurst heißt) und Kaffee gestärkt. Außer mir waren noch zwei Männer dort, die sich, als sie rein kamen, mit an meinen Tisch setzten, der zentral im Raum stand. Die beiden waren offensichtlich Arbeitskollegen, ein jüngerer und ein älterer, der das Gespräch größtenteils führte.
Es hat wohl in den letzten Tagen einige größere Brände in der Gegend gegeben (u.a. in Spechtsbrunn, einem Ort, durch den ich gestern gelaufen bin) und der eine Mann beschwerte sich, dass Thüringen keinen eigenen Löschhubschrauber besitzt und einen aus Niedersachsen ordern musste. In der Beschwerde war so eine Art Grundgefühl herauszuhören, nach dem Thüringen noch immer hinterher rennt und mit den reichen westlichen Nachbarn nicht mithalten kann.
Ich habe den beiden von meiner GG-Wanderung erzählt und der ältere Mann dachte zuerst, ich würde die ehemalige Grenze entlang laufen. Dann meinte er, das GG würde sich doch dauernd ändern und ich habe ihm entgegnet, dass das für die Grundrechte sicher nicht gilt. Die bleiben die gleichen. Als Beispiel habe ich auf die Würde des Menschen, die unantastbar ist, aus Art. 1 hingewiesen.
"Schön wär´s aber leider nicht immer wahr", lautete die Antwort. Sind in Thüringen noch immer  Teile der Bevölkerung in ihrer Würde verletzt? Das ist die Frage, die sich mir spontan stellte.




Nach der Mittagspause ging es schweigend weiter bis Blankenstein, dem Endpunkt des Rennsteigs, und ich kann nicht verhehlen, dort angekommen ein Gefühl der Erleichterung empfunden zu haben.
Dem Gefühl folgend habe ich am Endpunkt des Rennsteigs um 16.00 Uhr die zweite Rezitation (1x) des Tages gemacht.





Die Wanderung war damit für heute noch nicht vorbei, denn meine Unterkunft fand ich erst in Pottiga. Der Weg dorthin führte erst an der Saale, die hier Grenzfluss war und einer Schmalspurbahnlinie entlang
und dann über einen betonierten alten DDR-Weg auf die Höhe.
Auf dem Weg gab es ein nettes Gespräch mit drei Leuten, die vor ihrem Haus standen und mich ansprachen, was mich zugegebenermaßen nach den Erfahrungen der letzten Tage richtig überrascht hat. 






Fundstück:

Dem kann ich gerade zustimmen:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen