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Freitag, 10. August 2018

Der 33. Tag: 10. August 2018

Eine lange Wanderung habe ich heute hinter mich gebracht, aber es war kühler als an den Tagen davor und deshalb nicht so anstrengend.
Doch habe ich mich auf meiner Wanderung selten so entfernt vom GG gefühlt wie heute. Beim Gehen habe ich für mich ab und zu rezitiert, aber ich kann nicht behaupten, dass mir irgendwelche erwähnenswerte Gedanken zum GG gekommen wären.
Auch die erhofften äußeren Impulse blieben weitgehend aus. Die erste Hoffnung lag auf der Ebertwiese, doch der Name hatte nichts zu tun mit dem sozialdemokratischen Kanzler der Weimarer Republik (sondern mit einem Abt Eberhard, der die Wiese vor langer Zeit roden ließ).

Auch Erichs Ruh hielt nicht, was ich mir davon versprochen hatte. Der Gedenkort hatte nichts mit Erich - "Ich liebe Euch doch alle" - Mielke oder seinem Namensvetter und Chef Honecker zu tun, sondern mit einem Förster hier im Wald.

Irgendwann später gab es noch einen Hinweis auf Meister Eckhart, der hier irgendwo in der Gegend geboren wurde. Eckhart steht zwar in meinem philosophischen Heiligenkalender, aber die Verbindung zum GG ist dann doch zu dünn. Allenfalls als Pionier der Demokratisierung des Denkens könnte er erwähnt werden. Seine Predigten waren so originell, dass seine Zuhörer gar nicht anders konnten als mit - und nachzudenken statt nur brav nickend zuzustimmen.

Das einzig im Zusammenhang von GG und Politik Erwähnenswerte auf der Etappe waren die unzähligen Grenzsteine, die den Rennsteig hier säumen.

 Der älteste, den ich gesehen habe, stammt von 1680, die meisten sind aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Grob gesagt gab es in der Gegend drei verschiedene Staaten, die sich voneinander abgrenzen wollten: Hessen, Sachsen bzw. Sachsen-Gotha und Preußen. Alle haben ihre Steine an den Weg gesetzt, manchmal an die selbe Stelle oder die jeweiligen Wappen und Zeichen werden direkt auf denselben Stein gemeißelt. Die Orte werden  Dreiherrensteine genannt.

Innerdeutsche Grenzen, die sich über die Jahrhunderte immer wieder verschieben. Aus dem 20. Jahrhundert findet man hier keine Grenzsteine. Da verlief die innerdeutsche Grenze anders - und schnitt den Rennsteig an beiden Enden ab: in Richtung Hessen und in Richtung Bayern.
Grenzsteine sind sehr viel sympathischer als Grenzanlagen. Steine zeigen an, welches Territorium man verlässt bzw. betritt, aber sie hindern einen nicht daran, in die ein oder andere Richtung zu gehen. Grenzsteine, wie sie am Rennsteig stehen, schränken (und schränkten prinzipiell) die Geltung von Art. 11 nicht ein: " Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet". Jedenfalls nicht physisch, auch wenn die Gesetze anderes gesagt haben mögen.

Deshalb habe ich mich entschieden, eine Rezitation an einem solchen Grenzstein zu machen. Die Frage war nur noch, ob sie an einem der Dreiherrensteine oder an einem sogenannten Grenzadler stattfinden sollte. Die Grenzadler waren die etwas überdimensionierten Steine, die die Preußen nach 1866 hier aufstellten und auf denen ein Adler prangt.
Meine Entscheidung für einen Dreiherrenstein muss man nicht unbedingt als Votum gegen Preußen auffassen, aber der Dreiherrenstein, den ich mir ausgesucht hatte, ist zugleich ein Gedenkstein für den Thüringer Schriftsteller Gustav Freytag, und Schriftsteller waren im 19. Jahrhundert in der Regel friedliebendere Zeitgenossen als preußische Grenzsteinaufsteller.
Die Rezitation (1x) fand um 16.10 Uhr statt.


Auf den Wegschildern des Rennsteigs tauchte irgendwann das Skisportzentrum Oberhof auf, in dem es auch Übernachtungsmöglichkeiten geben würde. Ich stellte mir darunter so ein Sporthotel am Hang gelegen vor und ging davon aus, dort leicht ein Zimmer zu finden. Heilige Einfalt. Das Skisportzentrum ist ein riesiges, geradezu monströses Areal.

Es kündigte sich schon auf dem Rennsteig damit an, dass der Weg von alsphaltierten Strecken gekreuzt wurde, auf denen ab und zu Leute mit Sommerskirollen vorbeibrausten.

Ich bin schnell weitergewandert und in den Ort Oberhof gelangt, der offenkundig in erster Linie von und für den Wintersport existiert. Sport ist in den Grundrechten des GG nicht erwähnt und ich muss gestehen, dass ich (persönlich) darin kein Manko des GG erkennen kann...

Untergekommen bin ich in einem Gasthof mit thüringisch-schweizer Flair.


Fundstück:

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